Bedienungsanleitung für einen Bahnhofsplatz

Dass die Parkplätze am Bahnhof Brieselang zu gering bemessen sind, ist kein Geheimnis. In der Bahnhofstraße und der Thälmannstraße drängen sich die Pendlerfahrzeuge Kotflügel an Kotflügel, Stoßstange an Stoßstange. Selbst bei novemberhaftem Nebel wie heute reichen kaum die Fahrradständer. Natürlich wären weitere Parkflächen, ein Parkhaus oder ein Rund-um-die-Uhr-BürgerBus schön, aber weder Platz noch Finanzen geben mehr her. Oder wollen Sie das bezahlen? Unsere verschuldete Gemeinde kann es nicht. Kreative Lösungen müssen her!

Ein Parkhaus – unbezahlbar. Parken auf dem Mittelstreifen der Thälmannstraße – geht wegen des Grabensystems unter dem Grünstreifen nicht. Schräge Parkbuchten in der Thälmannstraße – der Platz reicht nicht. Neue Parkplätze bauen – keine freien Flächen und kein Geld, damit die Gemeinde Flächen ankauft. Weitere Radstellplätze würden wohl bei den Klimaverhältnissen kaum dauerhaft mehr Autofahrer zum Umsteigen bewegen.

Die Schilder fehlen, sofort sind die freien Stellflächen umgewidmet.

Die Schilder fehlen, sofort sind die freien Stellflächen umgewidmet.

Der Platzmangel bleibt wohl bestehen. Da nimmt es nicht Wunder, wenn aufmerksame Pendler die Kurzzeitparkplätze auf der Nordseite in Beschlag nehmen, sobald die Verkehrszeichen (Parken, 20 Minuten) verschwunden sind. Da muss jemand sehr ordentlich zu Gange gewesen sein: Keine Anzeichen von Vandalismus lassen sich erkennen. Sauber abgeschraubt wurden die Verkehrszeichen (Zeichen 314 in Verbindung mit Zeitbegrenzung). Es erscheint, als wenn die Gemeinde die Kurzzeitparkplätze offiziell umgewidmet hat für reguläres Parken.

Das hat sie nicht, wenngleich andere Arbeiten wie das Baumfällen in der Thälmannstraße am Bahnhof diese Woche einen Zusammenhang nahe legen könnte. Die Schilder kommen also zurück. Für die Pendler heißt das dann wieder weiter weg parken.

Denn die Kurzzeitparkplätze sind für jene Mitbürger gedacht, die mit dem Auto gebracht werden und auch abgeholt werden. Sei es mit Koffern oder einfach nur zum täglichen Bürogang.

Denn das oft gesehene Halten nahe bei den Treppen in der 180-Grad-Kurve behindert den Verkehr, manchmal auch Busse oder Müllfahrzeuge. Deshalb ist das Parken in Kurven sowie fünf Meter vor und hinter Kreuzungen verboten (Paragraf 12 StVO) . Das Ein- und Aussteigen (Türöffnen) gilt als Parken!

Dafür also gibt es fünf Kurzzeitparkplätze. Die Idee: Kommen, halten, aussteigen, Gepäck ausladen, verabschieden, ggf. Fahrer wechseln und weg! Da dies bei den meisten doch länger als eine Minute dauert, sollten die Fahrzeugführer aber lieber den Motor kurz ausschalten. Natürlich ist es das eigene Geld, was sinnlos einfach verpufft. Aber der ADAC hat bewiesen, dass ein Motor im Leerlauf nicht wärmt (was wohl der häufigste Grund sein dürfte, dass Autofahrer den Motor laufen lassen). Das Laufenlassen schädigt jedoch den Motor. Das wäre zwar auch wieder etwas , was der Autofahrer mit seinem Geldbeutel ausmachen müsste. Wären da nicht die beim Verbrennungsprozess entstehenden Stickoxide und anderen Gifte, der Lärm (vor allem bei blauen Diesel-Transportern) sowie der Feinstaub. Dieses Gemisch sammelt sich gerade bei dieser Wetterlage direkt um das Auto und strömt beim Türöffnen direkt ins Innere. Den Rest müssen leider die am Bahnsteig wartenden Pendler zwangsweise einatmen. Müsste nicht sein! Also: bis jedes Auto endlich über eine Start-Stopp-Automatik verfügt, heißt es eben manuell abschalten! Jedes Mal!

Ansonsten gilt auch am Bahnhof die Rechts-vor-Links-Regel: Wer also aus Richtung der Kurzzeitparkplätze an der alten Telefonzelle kommt, hat Vorfahrt vor den Autos in der 180-Grad-Kurve. Das gilt für Autos und Fahrräder.

Naja, und Blinken könnte nicht schaden, wenn man schon am Bordstein hält und später wieder losfährt. Für Radfahrer heißt das eben Arm raus vor dem Richtungswechsel oder beim Wechseln von der Straße auf den Fußweg. Schließlich können wir noch nicht Gedanken anderer Menschen lesen.

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