Gespräch mit Saskia Ludwig

Gestern Abend kam der Vorstand der Brieselanger CDU mit der Landesvorsitzenden Saskia Ludwig zusammen. Wir trafen auf eine selbstbewusste, zielstrebige Frau, die entgegen dem von einigen Medien vermittelten Bild sehr genau weiß, was sie sagt, macht und will.

Zwei Tage vor dem Wahlparteitag der CDU Brandenburg nahm sich die Vorsitzende Zeit, Kritik von der Basis aufzunehmen und ihr Handeln zu erklären. Anlass waren Presseveröffentlichungen, in denen Wilhelm Garn geäußert hatte, sich im Wahlkampf nicht ausreichend unterstützt zu fühlen. Außerdem verstehe er den Kurs der Vorsitzenden nicht, hatte Garn kundgetan.

Gedankenaustausch in Brieselang: Der CDU-Vorstand sprach mit Generalsekretär Dieter Dombrowski und Landesvorsitzender Saskia Ludwig (Archivfoto CDU Brandenburg)

Gedankenaustausch in Brieselang: Der CDU-Vorstand sprach mit Generalsekretär Dieter Dombrowski und Landesvorsitzender Saskia Ludwig (Archivfoto CDU Brandenburg)

Saskia Ludwig erinnerte daran, dass sie nach dem überraschenden Wechsel der vormaligen Landesvorsitzenden Johanna Wanka als Wissenschaftsministerin nach Niedersachsen ins Kabinett von David McAllister vor einem Jahr ihr Amt übernommen hatte. Nach dem „Jahr der Partei“ mit organisatorischen Umstrukturierungen in der Landesgeschäftsstelle und dem Hineinhorchen in die Orts- und Kreisverbände begann etwa im Sommer 2011 die Ausrichtung auf politische Themen. Partei und Fraktion haben begonnen, z. B. mit einem landwirtschaftlichen Thema, langsam wieder ein Profil zu erarbeiten. Dies gelang, weil die CDU Brandenburg geschlossen agierte. Daraus kann sie Stärke ziehen.

Eines der neuen Vorhaben, für die sich Saskia Ludwig stark macht, ist der Kontakt zu Bürgerinitiativen. Eine erste Veranstaltung erfolgte – ich glaube sie sagte, es war in Rangsdorf – zum Flughafen Schönefeld. Es ging nicht darum, den rund 500 Gästen dort eine fertige Parteilinie vor die Nase zu setzen. Sondern es ging darum, ihnen zuzuhören. Erstmals. Das war neu. Die Argumente sollen in den Gremien (in der CDU gibt es Fachausschüsse und Arbeitsgruppen in der Landtagsfraktion) weiter diskutiert werden. Und obwohl es auf der Veranstaltung keine Aussage der CDU-Landesvorsitzenden gab, wie die Partei zum Flughafen fortan stehe, stand in der Zeitung, sie lehne den Flughafen in Schönefeld ab.

Ich habe ihr nach dieser Schilderung empfohlen, sich einen versierten, gut vernetzten Medienberater zu suchen. Man müsse auch weitere Wege der direkten Kommunikation suchen. Wilhelm Garn beklagte, dass man im Online-Angebot der Märkischen Union die aktuellen Sachstände und Thesenpapiere nicht finde. Der ehemalige Ortsvorsitzende Andreas Neßmann analysierte sogleich die Formen der bisherigen innerparteilichen Kommunikation der CDU Brandenburg und entsagte ihnen aus Marketingsicht. Nein, ich will keinen Beraterposten, sondern habe empfohlen, sich mit einem pensionierten Journalisten gutzustellen. Es wird ja wohl in Potsdam auch gutwillige Journalisten aus dem CDU-Umfeld geben, die noch einmal auf Mission gehen wollen.

Fazit: Wir durften eine Frau erleben, die mit der CDU Brandenburg noch viel vor hat und die konkrete Ideen entwickelt und formulieren kann, wohin die Reise gehen soll. Das schmeckt nicht jedem. Morgen ist Landesparteitag in Potsdam „Die Zeiten ändern sich. Unsere Werte bleiben.“ . Die nächste Bewährungsprobe wartet schon. Hoffen wir, dass Saskia Ludwig auch die Delegierten überzeugen kann, wie sie uns überzeugt hat.

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