Etwas überfahren

„Netzspinne“ des Bahnkundenverbandes

„Netzspinne“ des Bahnkundenverbandes

Heiko Miels vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg musste sich am Dienstag in Falkensee ziemlich überfahren vorgekommen sein. Der Fahrplangestalter war zu einem Forum des Deutschen Bahnkundenverbandes (DBV) eingeladen. Ihm wurde aber signalisiert, er sei einer von mehreren Gästen. Vielleicht hatte er sich auch auf einige Auskünfte vorbereitet, wie ein Fahrplan entsteht. Dass er als Einziger für die gesamte Palette Freud und Leid des Bahnkundenverbandes sowie der rund drei Dutzend Besucher herhalten musste, gehörte wohl nicht zu seiner Nachmittagsplanung. Dabei gab es durchaus Positives zu berichten. Aber selbst dafür kommen Verkehrsminister nicht mehr ins Havelland oder lag es am Veranstalter?

Verkehrsminister Jörg Vogelsänger, der sich aus terminlichen Gründen hatte entschuldigen lassen, entging jedenfalls einem unangenehmen Verhör. Als Gast der Veranstaltung habe ich es als entwürdigend empfunden, wie ein Mitglied des Havelland-Vorstandes des Bahnkundenverbandes Standpauken und dem Rahmen nicht angemessen scharf formulierte Fragen dem Referenten an den Kopf warf, der glücklicherweise die Kontenance wahrte. Miels schlug sich tapfer. Auch deshalb, weil nicht alle Auskünfte nur Freude hervorrufen dürften.

Die Einzelheiten hat die MAZ heute in einem Artikel „Hauptbahnhof direkt veröffentlicht, der auf der Seite von Wilhelm Garn gespiegelt ist.

Denn Bürgermeister Wilhelm Garn forderte den Halt des RE in Brieselang im Berufsverkehr. Redakteur Stephan Kuschel fand dies der Erwähnung wert. Der Planer lehnte dies aber ab. Regional-Express und Regionalbahn bleiben unterschiedliche Produkte. Der RE soll entfernte Regionen schnell an Berlin anbinden. Ein zusätzlicher Halt in Brieselang würde Wünsche in Finkenkrug und Seegefeld und Albrechtshof wecken. Mit den neuen RB 10 und RB 14 sowie den Anschlüssen in Spandau werde Brieselang zweimal je Stunde an das Zentrum von Berlin angebunden.

Die Anschlüsse in Spandau sollen stadteinwärts von RB auf RE und stadtauswärts von RE auf RB erfolgen.

Die Verbesserungen haben einen Nachteil: Charlottenburg wird zur Hauptverkehrszeit nicht mehr halbstündlich vom Havelland aus erreicht werden können. Weil die RB 10 über Jungfernheide nach Hauptbahnhof fährt, entfällt der bisherige Endpunkt Charlottenburg. Zwar ist der Umstieg auf die Stadtbahn möglich (bedient vom RE ohne Halt in Charlottenburg), doch bleibt der umsteigefreie, direkte Zugang nach Charlottenburg in der Hauptverkehrszeit nur noch stündlich möglich. Ab 2013 werden dann auch die RE-Züge in Charlottenburg immer einen Fahrplanstopp machen.

„Netzspinne“ aus dem „Siedler“

„Netzspinne“ aus dem „Siedler“

Die vom Bahnkundenverband vorbereitete Netzgrafik der neuen Linien (siehe Bild oben) fand bei vielen großen Interesse. Schade, dass sie so lieblos daherkam. In der Infozeitung „Der Siedler“ der CDU Brieselang war im Juni bereits eine Netzgrafik enthalten, die übersichtlich für jede Linie eine andere Farbe nutzte. Der Übersichtlichkeit füge ich sie hier einmal an. Das Original steht unter http://www.cdu-brieselang.de/2011/06/der-siedler-vom-25-juni-2011/.

Allerdings konnte der Kreisvorsitzende des DBV-Kreisverbandes anhand seiner Karte einen überlegenswerten Vorschlag vorbringen. Die RE 6, der Dieselzug nach Henningsdorf, sollte vor dem Einschwenken von der Ringbahn nach Finkenkrug den Abzweig nach Brieselang nehmen, dort Fahrgäste einsammeln und dann erst auf der Strecke nach Berlin (zurück-) fahren. Leider lehnte auch dies VBB-Mann Miels  kategorisch ab. In den Planungen soll der RE 6 eigentlich von Norden nach Berlin fahren. Der jetzige (Um-) Weg über Henningsdorf – (Finkenkrug – ) Falkensee – Spandau ist nur ein Provisorium.

Zur drängenden Frage der neuen Waggons sagte Miels, dass auch ohne die „Talent 2“-Züge der Fahrplan ab Dezember mit dem alten Material bedient werden kann. Ist das schon die Absage an den Fuhrparkwechsel? Weil es aber mit Inbetriebnahme des Flughafens Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) im Sommer 2012 einen überarbeiteten Fahrplan geben wird (weil nicht mehr Schönefeld sondern der neue Flughafen angefahren wird), müssten spätestens dann die neuen Züge ausgeliefert und einsatzbereit sein. Denn dann läuft die Strecke über einen Tunnel am Flughafen, in den die alten RB-Doppelstock-Waggons aus DDR-Zeiten wegen Brandschutzauflagen nicht mehr hineinfahren dürfen. Wir dürfen gespannt bleiben.

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