Mein neues Telefon

Die Werbung lügt nicht. Das iPhone 4 ändert alles. Seit einer Woche „ertaste“ ich mich in die neue Smartphone-Welt. Vom neuen Handy erwartete ich als „größte“ Neuerung, dass es das Browsen smarter macht. Ins Internet gehe ich schon mehr als zwei Jahre mit dem Nokia E 71 mobil. Der kleine Bildschirm spart zwar Strom, ist zum Browsen aber ungeeignet. Mit dem Nokia-Browser sowieso, mit dem kann man eigentlich nur RSS-Feeds halbwegs akzeptabel lesen. Opera Mini auf dem Nokia E 71 erlaubt das bessere Navigieren auf einer Website, trotzdem ist das sichtbare Bild zu klein (Bildschirmgröße und Auflösung).

Unerwartet war es das iPhone 4, das den besten Bildschirm des Marktes vorweist. Es geht nicht nur um die Größe, sondern um die Auflösung und den Kontrast. Das HTC Desire HD kommt zwar auf 10,9 Zentimeter Diagonale (= 4,3 Zoll), doch die 960 x 640 Pixel des Apple-Telefons auf 3,5 Zoll mit 326 ppi sind ungeschlagen. Das Retina-Display schafft einen Kontrast von 1300:1. Der neue Bildschirm ist groß und stromhungrig (so dass das iPhone alle 20 bis 30 Stunden an die Steckdose muss).

Das iPhone-Bedienkonzept schmeichelt mit faszinierenden Zoom- und Blätterfunktionen. Jeder, der mal ein iPhone 4 in der Hand hatte, weiß was ich meine. Zudem ist das Retina-Display einfach galaktisch! Ja, ich bin fasziniert.

Ebenso macht das Durchstreifen eines PDF Lust auf Lesen. Schwubs sind die Seiten gewechselt, der Doppelklick wechselt nahtlos zur Zoom-Ansicht. Das geht schnell und souverän beim PDF-Heft des Spiegels (dem Nachrichtenmagazin) sofort auf Spaltenbreite. Lesefreundlich. Beeindruckend.

Wie genial doch die Apple-Ingenieure Lösungen erdacht haben. Als Besitzer eines Tatstatur-Handys macht man sich keine Gedanken, wie auf einem Touchscreen markiert und kopiert wird, wie eine Vor- und Zurück-Navigation in Worten und zwischen Seiten unterschieden wird. Aber es klappt.

Auf der kleinen On-Screen-Tastatur eines iPhones sah ich neulich eine junge Dame tippen, schneller als ich es auf dem Nokia-Keyboard fertig bringe. Ich hatte die ersten Tage arge Trefferprobleme – wie übrigens vor zwei Jahren auf dem E 71-Keyboard auch. Damals war ich nach sechs Jahren vom Communicator 9210i umgestiegen. Der hatte größere Tipper und sogar Abstand dazwischen. Doch wie ich mich auf die kleine Tastatur des Nokia E 71 umgewöhnt habe, so gewöhne ich mich heuer schnell an die Bildschirm-Tastatur.

Einige Apps auf meinem neuen iPhone (z. B. mit Aktualisierungs-Infos)

Einige Apps auf meinem neuen iPhone (z. B. mit Aktualisierungs-Infos)

Im Übrigen war eine der ersten Apps, die mein iPhone erreichte, Dragon Natural Speaking (Dictation). Dieses kostenfreie Häppchen der mächtigen PC-Software wandelt kurze, gesprochene Sätze in Schrift auf dem Bildschirm um. Das funktioniert ebenso gut wie die iPhone-eigene Sprachsteuerung. Ein längerer Druck auf den Home-Button bis der blaue Bildschirm erscheint, dann ein klares „Wähle 017 …“ und das iPhone wählt exakt diese Nummer. Schön gerade bei diesem Wetter, das verkürzt die Zeit ohne Handschuhe. Aber Sprachsteuerung konnte das Nokia natürlich auch schon.

Der Bildschirm ist klar und selbst kleine Schriften können stufenlos gezoomt werden – wenn die Texte ausreichend aufgelöst sind. Es liegt also an den Dateien, nicht am Retina-Display, wenn es einmal keine scharfen Vergrößerungen gibt. Bilder beim Kopieren auf das iPhone nicht zu verkleinern lohnt also.

Bei nasskaltem oder kaltem Wetter erweist sich der schöne Bildschirm natürlich als hinderlich. Während das Nokia E 71 auch in Handschuhen mit ein wenig Übung zu bedienen war, braucht das iPhone einen blanken Finger oder spezielle Handschuhe. Das freut den Zubehörhandel.

Demselben Grundsatz folgt die App-Welt. Das iPhone lädt dazu ein, ständig neue Programme zu installieren. Das dabei über den AppleStore auch häufig zusätzliche Beträge fällig werden, nimmt man geflissentlich zur Kenntnis. Doch rechnet man diese für die vielen schönen Funktionen erforderlichen Kaufprogramme oft nicht zum Handy-Preis hinzu. Das freut die Vermarkter und ganz sicher auch Apple. Das Verkaufskonzept rollt und auch ich habe schon etliche Euro an den AppleStore überwiesen. Kaufempfehlung: WhatsApp. Dafür sind 79 Cent gut angelegt, denn SMS sind ab sofort kostenfrei zu anderen WhatsApp-Kunden möglich. Das App läuft auch auf Android, Symbian und BlackBerry.

Ein Grund für den Kauf des iPhones ist auch die Bundestags-App. Das Programm zeigte mir mein Freunde Danny. Die Bundestags-App erlaubt mobil das minutengenaue Abfragen des „Sachstandes“ einer Debatte. Im Büro hat man das Intranet und den Fernsehtext, doch in einer Sitzung parallel zur Plenardebatte braucht man einen anderen Zugang. Die Bundestags-App ist ideal dazu.

Weiter habe ich installiert: Die Wetter-App der Telekom „Wetter.info“, AroundMe, Safe für meine Passwörter, eine Bibel-App, Bahn-Fahrpläne und DB Navigator sowie Berlin-Fahrinfo, Adaffix für Anrufer-Erkennung, wenn die Nummer nicht im Telefonbuch steht, das Örtliche, Skype und WordPress, die App der CDU-Landtagsfraktion Thüringen, iAmerika und das optisch gelungene CDU-Magazin sowie LexisNexis, einen Vokabel-Trainer von der Duden-Redaktion sowie das kostenfreie dict.cc, Foto-Tools wie Gorillacam und natürlich Quick-Office.

Noch suche ich einen Datei-Manager, weil Apple doch stark restriktiv ist. Das „normale“ Verschieben von Dateien, also Text oder Tabellen, PDF, Bilder oder andere Dateien (z. B. einfach nur, um das iPhone als Speicher statt eines USB-Sticks zu nutzen), ist nicht möglich. Das konnte Nokia besser. Aber es gibt dafür Apps, man muss sie nur finden.

Ach ja, ich behalte meinen alten Tarif von E-Plus. Das entscheidende Kriterium war letztlich, dass ein iPhone nicht mehr nur im T-Mobile-Netz arbeitet. Zwar ist E-Plus beim gerade von „Connect“ veranstalteten Netz-Test abgeschlagen nur auf Platz 4 (von 4 Providern) eingelaufen. Und natürlich ist der Empfang bei mir zuhause nicht ideal. Doch einerseits ist der Empfang in Berlin am Reichstag super. Ein halbwegs gleicher Leistungstarif hätte mich bei T-Mobile oder Vodafone etwa 45 Euro gekostet. Ich zahle 19 Euro für den Tarif „AllIn 150“ und einen Datentarif 250 MB (jeweils 10 Euro mit inzwischen 10 Prozent Treue-Rabatt auf den Sprachtarif). E-Plus bietet aber gerade die Datenflat für ebengleiche 10 Euro an. Ich grade up und habe dann ausreichend Telefon- und SMS-Guthaben in alle Netze sowie die erforderliche permanente Datenverbindung für das iPhone.

E-Plus hat Investitionen in sein Datennetz angekündigt. Innerhalb von zwei Jahren soll die Qualitäts-Spitze erreicht sein.

Das iPhone 4 ändert alles? Für mich zum ersten Mal.

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