DIW-Studie: Unsicherheit und zu kleine Pilotprojekte gefährden CCS-Marktreife

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung aus Berlin wartet in dieser Woche mit einer Studie auf, die CCS „eingetrübte“ Potenziale als CO2-Vermeidungsstrategie bescheinigt. Demnach seien die realen Kosten zu hoch, der Transport nicht sicher und das geschätzte Volumen für die unterirdische Verpressung zu gering. Um valide Aussagen zu bekommen, müssten größere Pilotprojekte beginnen, schreiben die Autoren Johannes Herold und Christian von Hirschhausen.

Ihr Aufsatz ist gefüllt mit technischen Darstellungen über den Abscheideprozess des Gases (u. a. mit der Mitteilung, dass mit der Post-Combustion-Capture-Technologie gewonnenes CO2 aus der Ammoniakproduktion für Kohlensäure in Softdrinks und Sodawasser Verwendung findet), aber auch der Darstellung der europäischen und deutschen Gesetzgebung. Letztgenannte gefährde die Marktreife. Analytisch sei die Unsicherheit über die Eignung der Lagerstätten sowie die Ablehnung durch Genehmigungsbehörden und den politischen Diskurs vor Ort „problematisch“.

Die Autoren Herold und von Hirschhausen argumentiert betriebswirtschaftlich. Richtig, denn es geht zunächst um große Anschubinvestitionen. Die unabsehbaren Kosten und die sinkenden Erfolgsaussichten bieten nicht die Chancen, damit diese Technologie den ihr zugewiesenen Platz beim Klimaschutz im Kraftwerksbereich wird spielen können. Für Industrieanlagen könne CCS große Bedeutung erlangen. Allerdings meinen die DIW-Autoren auch, dass ohne CCS die Klimaschutzziele nicht erreicht werden können. Genannt werden die Papier-, die Stahl- und die Zementproduktion.

Ganz kurz gehen die Autoren auf mögliche Risiken ein. Nicht kondensierbare Gase im Oxyfuel-Prozess könnten Pipelines schädigen, also undicht machen. Von unten ausströmendes CO2 sei nur dann ein Risiko, wenn es schnell in größeren Mengen austrete und sich am Boden konzentriere. Ausgeschlossen? Offenbar nicht.

Der Aufsatz aus dem DIW-Wochenbericht Nr. 36 ist frei verfügbar, Download unter: http://www.diw.de/de/diw_01.c.360924.de/themen_nachrichten/ccts_eine_energiebruecke_ins_nichts.html

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