Schnörkellose (meint treffende, aber nicht ehrabschneidende) Kritik an hiesigen Bäckern

Fundstück in meiner Zeitung: Die Berliner Brötchen schmecken nicht. Stimmt, gilt aber auch für die Brandenburger Brötchen und erst recht für Brot und Kuchen. Erster Pluspunkt für meine Zeitung, die leider sonst auch nicht besser ist als die Backwaren. Eigentlich bin ich mit der MAZ unzufrieden, aber diese Glosse heute trifft den Nagel auf den Kopf. Der Autor kann kein Preuße sein. Die hiesig Eingeborenen scheinen nämlich über keine guten Geschmacksnerven zu verfügen. Jedenfalls kam mir noch nicht zu Ohren, dass die Menschen, die schon vor uns hier lebten – man kann auch sagen immer schon -, über die Backwaren klag(t)en.

Nicht nur, dass Bundespräsident Wulff seine Brötchen aus Hannover kommen lässt. Auch wir anderen „Zwangs“-Berliner müssen uns das nicht gefallen lassen! Pappig und geschmacksneutral dazu eine Kruste, die einfach nur hart ist, den Gaumen verletzt und in tausend Krümel zerfällt. Das sind die in Berlin und Brandenburg verkauften Brötchen. Schämen müssten sich die Bäckermeister. Aber es kommt ja eh alles für die großen Ketten aus der großen Fabrik. Den kleinen Bäckermeister gibt es ja leider nicht mehr. Wahrscheinlich sind auch einfach nur Zusatzstoffe reingepanscht. Schön abstumpfen lassen die feinen Sinnesorgane für den guten Geschmack. Grausam auch das Brot: Geschmack null bis fadig. Wenn es frisch ist, mag es noch gehen, aber schon nach einem halben Tag müsste es in den Schweinetrog geworfen werden. Das einzig akzeptable Brot, Heidebrot von Steinecke, ist fast immer ausverkauft und die Verkäuferinnen wundern sich jedes Mal, warum man gerade nach Heidebrot fragte und dann nichts anderes mitnimmt …

Die MAZ hat dies endlich einmal schwarz auf weiß in Zeilen gegossen. Keine Majestätsbeleidigung verstehe ich darunter, sondern einen Hilferuf, dass die Menschen in der Metropolregion, die sich Hauptstadt nennt, mehr verdient haben als anstrengungslose Einheitskost. Also, liebe Bäckermeister: Strengt euch an, verwöhnt uns! Vielfalt nicht Einheitsteig ist die Devise.

Helfen wird es wohl nichts. Oder kommt ein Meister oder ein Lehrling auf der Walz auf die Idee, sich zum Lernen in Thüringen, Sachsen oder Bayern durch die kleinen Familienbäckereien der Dörfer und städtischen Vororte zu schlemmen? Wenn doch, kann er die Kollegen der Metzgerzunft gleich mitnehmen, damit die vor Ort richtiges Gehacktes genießen können. Oder wie man Grillfleisch schneidet und wie eine Bratwurst gemacht werden muss, um zu munden und nicht einfach nur gegessen zu werden.

Bis dahin verzichte ich auf hiesige Brötchen und Kuchen vom Bäcker sooft es eben geht und backe mein Brot zuhause selbst.

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