Fragen zum neuen Design der CDU

Kommentar zur neuen Design-Richtlinie der CDU: Bei den Vorlagen fehlen Zeitungen und Konzepte für schwarz-weiße Drucksachen. Das Weblayout ist nicht standardkonform.

Die Kommunikation einer Partei sollte nicht nur farbige Plakate, Anzeigen und Word-Briefe nutzen oder natürlich Mikrofon-Schildchen! Alles wichtig in Zeiten der Medienüberflutung. Im Bruchteil einer Sekunde muss der Adressat erkennen, wer Absender einer Botschaft und Nachricht ist. Warum also fehlen Kommunikationsformen im Style-Guide der CDU? Was ist mit animierten Video-Vor- und -Abspännen? Und noch immer hat die CDU keinen Jingle, also einen Kurzerkennungston oder eine 2-Sekunden-Melodie für Podcasts, Videos und Radiospots.

Erinnerung an den ersten Grundsatz: Alles, was irgendwer im Namen der Partei herausgibt, soll identisch aussehen. Was gilt bei fehlendem Muster als Maßstab? Muss die Zeitung vom Plakat oder von der Broschüre abgeleitet werden? Broschüre ist naheliegend. Mit oder ohne Titel bzw. die Außen- oder die Innenseite der Broschüre? Und wie gestalte ich eine Zeitung (wo doch in Briefen und Broschüren kein Spaltensatz vorgesehen ist)? Wir Brieselanger Christdemokraten wollen die Info-Zeitung „Der Siedler“ weiter heraus geben. Das ist eigentlich ein dreispaltiges Flugblatt im Zeitungsstil, sprich mit Bildern, Grafiken, verschiedenen Themenartikeln, Info-Kästen, Spaltentrennern, verschieden großen Überschriften. Wenn das Partei-Logo 1/3 der Seite ausmachen soll, könnte man die Spalten auch so breit machen, oder? Wie sieht künftig der „richtige“ Kopf (Titel) für eine Zeitung aus? Wie bekomme ich das richtige Feeling mit Schwarz-Weiß-Kopien hin? Der blaue Farbverlauf in monochromatischer Kopie sieht überhaupt nicht gut aus …

Überhaupt der Farbverlauf: Als Gestaltungsmittel kann er eigentlich nicht richtig eingesetzt werden, weil man doch nicht immer zwei vollfarbige Seiten damit verschwenden kann, oder? Außerdem wirkt er insgesamt zu düster. Was war das entscheidende Kriterium bei der Wahl der Farbkombination? Er erinnert an den Himmel bei Dämmerung. Ist das schon eine transzendente Botschaft: aus der Nacht kommend in den leuchtenden, verheißenden Morgen?

Am meisten ärgert mich, dass für die vollfarbigen Hintergründe keine Seitenränder eingeplant sind – bis auf das Weblayout. Hier hätte ich mir allerdings den Blauverkauf als seitenfüllenden Hintergrund gewünscht. Das bläht auch nur scheinbar die Dateigröße auf: Mit der richtigen eintönigen (dunklen) Hintergrundfarbe im Body-Tag und einem transparenten Bildrand für die Header-Box-Konfiguration (eigentlicher horizontaler Farbverlauf) wäre dies kein Problem. Sieh an: für den vertikalen Blauverlauf wurde diese Methode genutzt! Warum nicht auch für die Breite? So muss ein zusätzliches HTML-Element (Middlebox) genutzt werden, damit der Rahmen entsteht.

Kein Randlosdruck

Neuer Drucker für neues Layout: Randlos druckt der Brother HL-4050CDN trotzdem nicht

Ein solcher Rahmen wird jedoch nicht bei den Printprodukten genutzt. Das ist inkonsequent und unlogisch. Eine solche Vorgabe stellt mich auch vor ein technisches Problem. Denn ich müsste nach der Vorgabe auf den Hintergrund verzichten. Wer besitzt schon einen Drucker oder Kopierer, der randlos auf A4 druckt? Will ich also den Farbverlauf als Hintergrund nutzen, muss ich jedes einzelne Blatt Papier von einer Druckerei beziehen.

Am Ende werde ich viel Mühe und Zeit in ein neues Layout stecken, verzweifeln und alles verwerfen, weil das Ergebnis nicht überzeugt. So bleibt es wieder bei einer Lösung, die nicht mit dem Corporate Design der CDU harmoniert.

Warum laden die Bundesgeschäftsstelle oder die Agentur nicht bereits in der Konzeptionsphase die „Macher“ von der Basis ein, um die Handhabbarkeit mit der Praxis abzuklären?

Das Weblayout muss ja nicht gefallen, aber es sollte den Standards entsprechen. Leider erfüllt die Vorlage diesen Anspruch nicht. Der Footer im blauen Kasten besteht aus einer Tabelle! Semantisch nicht korrekt! Der Kopf der Homepage mit dem Blauverlauf, dem Logo und der Titelzeile ist leicht nachzumachen, so dass auch ein ungeübter Webmaster bzw. Grafiker hier schnell zum Erfolg kommen müsste. Barrierearm ist das allerdings nicht. Da hätten mit Spans und Fahner Image Replacement auch semantisch bessere Ergebnisse herauskommen können.

Ja, es funzt, wie der Webmaster sagt. Auf Deutsch: Das Layout läuft zwar in verschiedenen modernen Browsern. Insgesamt fehlt ihm aber die Robustheit eines Frameworks wie YAML. Vermutlich wurde darauf verzichtet, weil dies ohne intensives Studium der technischen Eckdaten nicht nutzbar ist. Hat man sich aber einmal eingearbeitet, sind die so erstellten HTML-/CSS-Seiten robust. Das heißt, sie werden von allen Browsern auf allen Systemen identisch dargestellt, sie sind barrierearm, auch für Screenreader optimiert und natürlich standardkonform programmiert. Schade, Chance verpasst.

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